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Angst & Stress Screening

Flugangst-Test: Wie stark belastet Sie das Fliegen?

Zehn Aussagen zu Anspannung vor dem Abflug, Körperreaktionen an Bord und ausweichender Reiseplanung. Die Themenauswahl stützt sich auf die Fragebogenforschung von van Gerwen und Kollegen zur Erfassung von Flugangst.

Test starten 10 Fragen · 2 Min. · kostenlos

Worum geht es in diesem Test?

Kaum eine Angst ist so verbreitet und zugleich so gut untersucht wie die Angst vorm Fliegen: Umfragen zufolge fühlt sich rund ein Drittel der Reisenden an Bord unwohl, und bei einem erheblichen Teil erreicht das Unbehagen ein Ausmaß, das Reiseentscheidungen verändert. Dabei speist sich Flugangst aus unterschiedlichen Quellen – bei den einen dominiert die Furcht vor einem Absturz, bei anderen die Enge der Kabine, das Ausgeliefertsein oder die Sorge, an Bord eine Panikreaktion zu erleben.

Dieser Selbsttest beleuchtet die drei Ebenen, auf denen sich Flugangst typischerweise zeigt: die körperliche Reaktion beim Start, bei Turbulenzen oder schon am Gate; die gedankliche Ebene mit Katastrophenszenarien und ständiger Geräuschanalyse; und die Verhaltensebene – vom Umbuchen auf die Bahn über den Griff zum Beruhigungsmittel bis zur kompletten Flugvermeidung. Aus zehn Aussagen entsteht ein Gesamtwert zwischen 0 und 40 Punkten, aufgeteilt in vier kommentierte Stufen.

Der Test richtet sich an Menschen, die vor einer anstehenden Flugreise wissen möchten, wo sie stehen, ebenso wie an alle, die das Fliegen schon länger meiden und überlegen, ob sich eine gezielte Bearbeitung lohnt. Auch wer beruflich fliegen muss und den Stress jedes Mal zähneknirschend durchsteht, erhält hier eine Standortbestimmung – und zu jeder Stufe konkrete, an der Forschung orientierte Hinweise für die nächsten Schritte.

Mögliche Ergebnisse

Methodik & Hintergrund

Die inhaltliche Grundlage bilden Arbeiten der niederländischen Forschungsgruppe um Lucas van Gerwen, die 1999 zwei Selbstbeurteilungsinstrumente zur Flugangst entwickelte und psychometrisch prüfte: eine Skala zur Angststärke in verschiedenen Flugsituationen und eine zur Häufigkeit ängstlicher Gedanken und Körperreaktionen. Ergänzend flossen Erkenntnisse aus der Behandlungsforschung ein, etwa die kontrollierte Untersuchung von Howard und Kollegen (1983) sowie die Übersichtsarbeit von Oakes und Bor (2010) zu Verbreitung und Entstehung der Flugangst.

Unsere zehn Aussagen decken die drei Reaktionsebenen ab, die in diesen Instrumenten wiederkehren: körperliche Erregung, katastrophisierende Gedanken und Vermeidungs- beziehungsweise Sicherheitsverhalten. Zwei Aussagen sind bewusst positiv formuliert und fließen spiegelverkehrt in die Rechnung ein, damit ein hoher Gesamtwert tatsächlich hohe Belastung abbildet und nicht bloß ein Antwortmuster. Bewertet wird jede Aussage auf einer fünfstufigen Zustimmungsskala; die Punktsumme fällt in eine von vier gleich breiten Auswertungszonen.

Eine ehrliche Einschränkung gehört dazu: Dieses Screening misst die selbst wahrgenommene Belastung durch das Thema Fliegen – es stellt keine Diagnose einer spezifischen Phobie und unterscheidet nicht, ob hinter der Angst eher Klaustrophobie, Höhenangst, Paniksorge oder ein früheres belastendes Erlebnis steckt. Solche Differenzierungen, die für die Wahl der richtigen Behandlung wichtig sind, leistet nur ein diagnostisches Gespräch bei approbierten Fachleuten. Nutzen Sie das Ergebnis als fundierte Selbstbeobachtung, nicht als Befund.

Häufige Fragen

Wie viele Menschen haben Angst vorm Fliegen?

Flugangst ist ein Massenphänomen: Befragungen in westlichen Ländern zufolge empfindet etwa jeder dritte Passagier an Bord deutliches Unbehagen, und bei geschätzt zehn bis zwanzig Prozent erreicht die Furcht ein Ausmaß, das Reiseverhalten verändert oder Flüge ganz verhindert. Betroffen sind Menschen aller Altersgruppen und Bildungsschichten – auch Vielflieger und sogar Flugpersonal können nach Jahren problemloser Reisen eine Flugangst entwickeln.

Wie gefährlich ist Fliegen im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln tatsächlich?

Die kommerzielle Luftfahrt ist statistisch das sicherste Verkehrsmittel überhaupt: Auf Millionen von Flügen weltweit kommen jährlich nur sehr wenige schwere Unglücke, und die Wahrscheinlichkeit, einen Flug nicht zu überleben, liegt um ein Vielfaches niedriger als beim Autofahren auf gleicher Strecke. Dass sich Fliegen dennoch bedrohlicher anfühlt, liegt an psychologischen Faktoren: fehlende eigene Kontrolle, Ungewohntheit der Umgebung und die intensive mediale Präsenz seltener Unglücke.

Helfen Alkohol oder Beruhigungstabletten gegen Flugangst?

Kurzfristig dämpfen beide die Erregung – langfristig verschlimmern sie das Problem. Ihr Gehirn führt den überstandenen Flug dann auf die Substanz zurück statt auf die eigene Bewältigungsfähigkeit, die Angst bleibt unverändert bestehen, und oft steigt die benötigte Dosis von Reise zu Reise. Hinzu kommen praktische Risiken wie verstärkte Kreislaufbelastung in Kabinenluft und Wechselwirkungen. Nachhaltiger wirken Aufklärung, Atemtechniken und begleitete Konfrontation.

Was passiert eigentlich bei Turbulenzen – kann das Flugzeug dabei beschädigt werden?

Turbulenzen sind Bewegungen der Luft, vergleichbar mit Wellen für ein Schiff. Verkehrsflugzeuge sind für ein Vielfaches der dabei auftretenden Kräfte konstruiert und werden regelmäßig daraufhin geprüft; strukturelle Schäden durch gewöhnliche Turbulenzen kommen praktisch nicht vor. Die Anschnallzeichen dienen dem Schutz der Menschen in der Kabine vor Stürzen – nicht dem Schutz der Maschine. Piloten umfliegen unruhige Zonen zudem meist aus reinen Komfortgründen.

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Quellen

  • Van Gerwen LJ, Spinhoven P, Van Dyck R, Diekstra RFW (1999). Construction and psychometric characteristics of two self-report questionnaires for the assessment of fear of flying. Psychological Assessment, 11(2), 146–158.
  • Howard WA, Murphy SM, Clarke JC (1983). The nature and treatment of fear of flying: A controlled investigation. Behavior Therapy, 14(4), 557–567.
  • Oakes M, Bor R (2010). The psychology of fear of flying (part I): A critical evaluation of current perspectives on the nature, prevalence and etiology of fear of flying. Travel Medicine and Infectious Disease, 8(6), 327–338.
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