Ihr Ergebnis · Flugangst-Test: Wie stark belastet Sie das Fliegen?
Leichte Flugangst (10–19 Punkte)
Fliegen ist für Sie mit spürbarem Unbehagen verbunden, das Sie aber noch nicht von Reisen abhält. Mit ein paar gezielten Strategien lässt sich diese Restanspannung deutlich verkleinern.
Was bedeutet dieses Ergebnis?
Ihr Ergebnis liegt im unteren Mittelfeld – ein Bereich, in dem sich sehr viele Reisende wiederfinden. Sie steigen ins Flugzeug, aber nicht unbeschwert: Vor dem Start läuft der Puls etwas höher, bei Turbulenzen wandert die Hand zur Armlehne, und ein Teil Ihrer Aufmerksamkeit bleibt während des Fluges beim Geschehen statt beim Buch. Das Fliegen funktioniert, kostet Sie aber Energie.
Dahinter steht meist ein Bewertungsmuster, das die Forschung gut kennt: Mehrdeutige Signale – ein Ruckeln, ein Tonwechsel der Triebwerke, ein ernster Blick der Flugbegleiterin – werden vorsorglich in Richtung Gefahr interpretiert. Diese Deutungsneigung ist kein Defekt, sondern ein übervorsichtig eingestellter Schutzmechanismus. Sie kostet allerdings Gelassenheit, denn ein Gehirn, das drei Stunden lang Geräusche klassifiziert, kann sich nicht erholen.
Wichtig ist der Blick auf die Verhaltensebene: Ihre Antworten deuten an, dass Vermeidung höchstens punktuell vorkommt – vielleicht die Wahl der Bahn bei Kurzstrecken oder eine gewisse Erleichterung, wenn ein Flug sich erübrigt. Solange Sie regelmäßig fliegen, arbeitet die Erfahrung für Sie; jede unspektakulär verlaufene Reise ist ein Datenpunkt gegen die Angst.
Wie zeigt sich das im Alltag?
Typisch für diese Zone ist die Vorlaufspannung: In der Woche vor dem Flug taucht das Thema immer wieder auf, beim Kofferpacken ist es präsent, und am Flugtag selbst sind Sie angespannter und gereizter als sonst. An Bord entspannt sich vieles, sobald die Reiseflughöhe erreicht ist – bis zur nächsten Wolkenschicht.
Manche Menschen in diesem Bereich haben stille Begleitrituale entwickelt: der feste Sitzplatz über der Tragfläche, der Blick auf die Gesichter der Crew als Stimmungsbarometer, das Zählen der Minuten bis zur Landung. Solche Anker fühlen sich harmlos an, binden aber Aufmerksamkeit an die Angst – und verhindern die Erfahrung, dass es auch ohne sie gut geht.
Typische Situationen
Zwei Tage vor dem Abflug checken Sie zum dritten Mal die Wettervorhersage für die Flugroute.
Beim ersten Ruckeln über den Alpen legen Sie das Buch weg und beobachten die Flugbegleiter, bis es ruhig wird.
Nach der Landung sind Sie erleichtert und ein bisschen stolz – und merken erst jetzt, wie angespannt die Schultern waren.
Was können Sie jetzt tun?
Der stärkste Hebel in Ihrer Zone ist Wissen, das Deutungen verändert. Lernen Sie, was Turbulenzen physikalisch sind – Luftbewegungen, die ein Flugzeug durchschütteln, aber nicht beschädigen –, warum Triebwerke nach dem Start leiser werden und wie eng getaktet Wartung und Kontrolle in der Luftfahrt sind. Wer mehrdeutige Signale korrekt einordnen kann, nimmt seinem inneren Alarmsystem die Arbeitsgrundlage.
Trainieren Sie zusätzlich eine Entspannungsreaktion, die an Bord funktioniert: langsame Atmung mit verlängerter Ausatmung, kombiniert mit bewusstem Lösen von Schultern und Kiefer. Entscheidend ist, die Technik vor der Reise so oft zu üben, dass sie in der 23. Sitzreihe abrufbar ist – unter Anspannung gelingt nur, was automatisiert wurde.
Und fliegen Sie weiter, gern sogar etwas häufiger als nötig: Die Lernforschung ist hier eindeutig – regelmäßige, gut vorbereitete Flüge bauen die Restangst schrittweise ab, lange Pausen lassen sie wieder anwachsen. Verzichten Sie dabei bewusst auf Alkohol als Beruhigung; er dämpft kurzfristig, verhindert aber genau die Lernerfahrung, dass Sie selbst mit der Situation zurechtkommen.
Konkrete nächste Schritte
Lesen Sie vor dem nächsten Flug einen fundierten Text über Turbulenzen und Fluggeräusche.
Üben Sie zwei Wochen lang täglich fünf Minuten eine Atemtechnik, bis sie automatisch abläuft.
Verzichten Sie beim nächsten Flug testweise auf ein gewohntes Beruhigungsritual und beobachten Sie, was passiert.
Füllen Sie den Test nach der Reise erneut aus und vergleichen Sie die Werte.
Grenzen dieses Tests
Ein Wert in dieser Zone kann eine stabile leichte Anspannung ebenso abbilden wie den Rest einer früher stärkeren Angst oder den Beginn einer Zunahme. Die Richtung erkennen Sie nur im Verlauf – etwa indem Sie den Test vor und nach der nächsten Flugreise wiederholen.
Bedenken Sie auch, dass die Aussagen nicht klären, woraus sich Ihr Unbehagen speist. Wer vor allem die Enge der Kabine fürchtet, braucht andere Ansätze als jemand, den Kontrollabgabe oder Absturzgedanken beschäftigen. Wenn Sie gezielter arbeiten möchten, hilft ein Beratungsgespräch, die eigentliche Quelle zu bestimmen.
Sollte die Anspannung über mehrere Reisen hinweg spürbar zunehmen oder sich auf andere Verkehrsmittel ausdehnen, ist eine fachliche Abklärung der verlässlichere Weg als fortgesetzte Selbstbeobachtung.
Passende Übungen
Quellen
- Van Gerwen LJ, Spinhoven P, Van Dyck R, Diekstra RFW (1999). Construction and psychometric characteristics of two self-report questionnaires for the assessment of fear of flying. Psychological Assessment, 11(2), 146–158.
- Howard WA, Murphy SM, Clarke JC (1983). The nature and treatment of fear of flying: A controlled investigation. Behavior Therapy, 14(4), 557–567.
- Oakes M, Bor R (2010). The psychology of fear of flying (part I): A critical evaluation of current perspectives on the nature, prevalence and etiology of fear of flying. Travel Medicine and Infectious Disease, 8(6), 327–338.
Weitere mögliche Ergebnisse
- Entspanntes Fliegen (0–9 Punkte)
Das Fliegen löst bei Ihnen höchstens kurze, gut regulierbare Anspannung aus – Ihre Reiseplanung bleibt davon unberührt.
- Deutliche Flugangst (20–29 Punkte)
Flüge bedeuten für Sie erheblichen Stress, und die Angst beginnt, Ihre Reiseentscheidungen mitzuschreiben. Strukturierte Hilfe – vom Seminar bis zur Therapie – hat hier ausgezeichnete Erfolgsaussichten.
- Starke Flugangst (30–40 Punkte)
Das Fliegen ist für Sie derzeit kaum oder gar nicht mehr möglich, und die Angst diktiert Ihre Mobilität. Mit professioneller Begleitung stehen die Chancen sehr gut, diese Freiheit zurückzugewinnen.