Ihr Ergebnis · Flugangst-Test: Wie stark belastet Sie das Fliegen?
Deutliche Flugangst (20–29 Punkte)
Flüge bedeuten für Sie erheblichen Stress, und die Angst beginnt, Ihre Reiseentscheidungen mitzuschreiben. Strukturierte Hilfe – vom Seminar bis zur Therapie – hat hier ausgezeichnete Erfolgsaussichten.
Was bedeutet dieses Ergebnis?
Ihr Punktwert zeigt eine ausgeprägte Belastung: Das Fliegen ist für Sie kein neutraler Transport mehr, sondern ein Ereignis, das Wochen vorher Schatten wirft und an Bord mit starken Körperreaktionen, Katastrophenbildern oder dem Griff zu dämpfenden Mitteln verbunden ist. Vermutlich haben Sie einzelne Reisen bereits angepasst, verschoben oder mit erheblicher Überwindung absolviert.
In dieser Zone greifen typischerweise mehrere Mechanismen ineinander: Die Erwartungsangst sorgt dafür, dass der Stress lange vor dem Einsteigen beginnt und Sie bereits erschöpft an Bord gehen. Dort hält die ständige Gefahrenanalyse das Erregungsniveau hoch, und Sicherheitsstrategien – Alkohol, Tabletten, feste Plätze, Zwang zur Ablenkung – verhindern die korrigierende Erfahrung, dass die Angst auch von allein sinken würde. So bestätigt jeder Flug gefühlt, wie schlimm Fliegen ist, obwohl objektiv nichts passiert.
Die erfreuliche Seite: Flugangst gehört zu den am besten behandelbaren Ängsten überhaupt. Übersichtsarbeiten berichten, dass strukturierte Programme mit Aufklärung und begleiteter Konfrontation den Großteil der Teilnehmenden wieder ins Flugzeug bringen – oft schon nach einem Wochenende. Ihr Wert ist also kein Urteil über künftige Reisen, sondern ein Hinweis, dass sich gezielte Investition jetzt besonders lohnt.
Wie zeigt sich das im Alltag?
Konkret sieht diese Zone oft so aus: Die Urlaubsplanung beginnt mit der Frage, wohin man auch mit Auto oder Bahn käme. Steht ein unvermeidlicher Flug an, ist der Schlaf in den Nächten davor gestört, am Flughafen sind Sie fahrig, und die Zeit an Bord verbringen Sie in innerer Habachtstellung – jede Kursänderung, jedes Klingelzeichen wird registriert und bewertet.
Berufliche Konsequenzen sind in diesem Bereich keine Seltenheit: Dienstreisen werden mit fadenscheinigen Gründen abgegeben, Karriereschritte mit Reisetätigkeit gar nicht erst erwogen. Auch privat entstehen Kosten – die Hochzeit in Übersee, der Besuch bei ausgewanderten Freunden oder die Fernreise, von der die Familie träumt, stehen unter einem ständigen inneren Vorbehalt.
Typische Situationen
Die Einladung zur Konferenz in Lissabon lehnen Sie ab und nennen Terminkonflikte – in Wahrheit war es der Gedanke an den Flug.
Am Abflugtag haben Sie seit dem Aufwachen Magendruck und spielen im Kopf durch, wie Sie die Reise noch absagen könnten.
Beim Sinkflug umklammern Sie die Armlehnen und zählen Sekunden, während Sie jede Triebwerksveränderung kommentierend registrieren.
Was können Sie jetzt tun?
Setzen Sie auf strukturierte Unterstützung statt auf Durchbeißen. Bewährt haben sich zweierlei Wege: Flugangst-Seminare, wie sie mehrere Fluggesellschaften und spezialisierte Anbieter mit Piloten und Psychologen durchführen – meist eine Kombination aus Technik-Aufklärung, Angstbewältigungstraining und begleitetem Abschlussflug – sowie kognitive Verhaltenstherapie, die tiefer ansetzt, wenn die Flugangst Teil eines größeren Angstmusters ist. Bei der Auswahl hilft die Frage, ob Ihre Angst ausschließlich dem Fliegen gilt oder auch in Tunneln, Aufzügen oder Menschenmengen auftaucht.
Bauen Sie den Konsum dämpfender Mittel an Bord planvoll ab, idealerweise mit fachlicher Begleitung. Alkohol und Beruhigungstabletten fühlen sich wie Helfer an, wirken aber wie Weichzeichner auf die Lernerfahrung: Ihr Gehirn schreibt den überstandenen Flug der Substanz zu, nicht Ihrer eigenen Bewältigung – und fordert beim nächsten Mal eine höhere Dosis Sicherheit.
Wenn ein wichtiger Flug kurz bevorsteht und keine Zeit für ein Programm bleibt: Bereiten Sie sich mit Wissen und Atemtraining vor, wählen Sie einen Platz über den Tragflächen, informieren Sie die Kabinencrew ruhig über Ihre Anspannung – das Personal ist dafür geschult – und planen Sie für die Zeit nach der Landung bewusst etwas Angenehmes. Und vereinbaren Sie danach, unabhängig vom Verlauf, den ersten Termin für eine längerfristige Lösung.
Konkrete nächste Schritte
Recherchieren Sie diese Woche Flugangst-Seminare in Ihrer Region und notieren Sie zwei konkrete Termine.
Klären Sie für sich, ob Ihre Angst nur dem Fliegen gilt oder auch in anderen engen Situationen auftritt – das entscheidet über Seminar oder Therapie.
Legen Sie fest, auf welchem Flug Sie erstmals ohne Alkohol oder Tabletten reisen wollen, und bereiten Sie ihn mit Atemtraining vor.
Buchen Sie bewusst den nächsten machbaren Flug, statt das Thema weiter aufzuschieben – lange Flugpausen lassen die Angst wachsen.
Grenzen dieses Tests
Diese Auswertung kann nicht bestimmen, welcher Angsttyp bei Ihnen im Vordergrund steht – Absturzfurcht, Klaustrophobie, Höhenangst, Panikangst oder Kontrollthematik. Für die Wahl zwischen Seminar und Therapie ist genau diese Unterscheidung aber wesentlich; ein diagnostisches Erstgespräch klärt sie zuverlässig.
Nicht abgebildet wird außerdem, ob Ihre Werte durch ein reales belastendes Erlebnis geprägt sind, etwa eine Notlandung oder einen medizinischen Zwischenfall an Bord. Nach solchen Erfahrungen können auch Verarbeitungsreaktionen im Spiel sein, die eine andere Herangehensweise brauchen als klassische Flugangst – auch das gehört in fachliche Einschätzung.
Passende Übungen
Quellen
- Van Gerwen LJ, Spinhoven P, Van Dyck R, Diekstra RFW (1999). Construction and psychometric characteristics of two self-report questionnaires for the assessment of fear of flying. Psychological Assessment, 11(2), 146–158.
- Howard WA, Murphy SM, Clarke JC (1983). The nature and treatment of fear of flying: A controlled investigation. Behavior Therapy, 14(4), 557–567.
- Oakes M, Bor R (2010). The psychology of fear of flying (part I): A critical evaluation of current perspectives on the nature, prevalence and etiology of fear of flying. Travel Medicine and Infectious Disease, 8(6), 327–338.
Weitere mögliche Ergebnisse
- Entspanntes Fliegen (0–9 Punkte)
Das Fliegen löst bei Ihnen höchstens kurze, gut regulierbare Anspannung aus – Ihre Reiseplanung bleibt davon unberührt.
- Leichte Flugangst (10–19 Punkte)
Fliegen ist für Sie mit spürbarem Unbehagen verbunden, das Sie aber noch nicht von Reisen abhält. Mit ein paar gezielten Strategien lässt sich diese Restanspannung deutlich verkleinern.
- Starke Flugangst (30–40 Punkte)
Das Fliegen ist für Sie derzeit kaum oder gar nicht mehr möglich, und die Angst diktiert Ihre Mobilität. Mit professioneller Begleitung stehen die Chancen sehr gut, diese Freiheit zurückzugewinnen.