Ihr Ergebnis · Krankheitsangst-Test: Wie stark kreisen Ihre Gedanken um Ihre Gesundheit?
Sehr starke Krankheitsangst (30–40 Punkte)
Die Furcht vor Krankheit dominiert derzeit Ihr Denken und Handeln und raubt Ihnen Lebensqualität. Dieses Leiden ist behandelbar – bitte holen Sie zeitnah fachliche Hilfe dazu.
Was bedeutet dieses Ergebnis?
Ihr Wert liegt im höchsten Bereich der Skala. Das bedeutet: Die Beschäftigung mit möglichen Erkrankungen ist bei Ihnen kein gelegentlicher Gast mehr, sondern Dauermieter – mit nahezu täglichem Kontrollieren, aufdringlichen Katastrophengedanken, wiederholten Rückversicherungsschleifen und spürbaren Folgen für Schlaf, Stimmung und Leistungsfähigkeit. Ein solches Ausmaß beschreibt echtes Leiden, nicht übertriebene Empfindlichkeit.
Vielleicht kennen Sie den quälendsten Aspekt dieses Zustands: Niemand kann Ihnen die Sicherheit geben, die Sie suchen. Jeder unauffällige Befund beruhigt kürzer als der vorherige, jede neue Empfindung öffnet die Angst von Neuem. Das liegt nicht an schlechten Ärzten oder an Ihrem Körper, sondern an der Funktionsweise von Angst: Sie verlangt hundertprozentige Gewissheit, und die kann Medizin prinzipiell nicht liefern. Der Ausweg führt deshalb nicht über die nächste Untersuchung, sondern über einen anderen Umgang mit der Restunsicherheit.
Genau dafür existieren erprobte Behandlungen: Kognitive Verhaltenstherapie erreicht bei schwerer Krankheitsangst in kontrollierten Studien deutliche und anhaltende Verbesserungen; auch internetgestützte Therapieprogramme haben ihre Wirksamkeit gezeigt. Ihr Testergebnis ist somit vor allem eines – ein starkes Argument, sich diese Hilfe jetzt zu organisieren, statt weitere Monate im Alarmzustand zu verbringen.
Wie zeigt sich das im Alltag?
In dieser Intensität frisst die Angst messbar Lebenszeit: Stunden gehen an Recherchen, Selbstuntersuchungen, Wartezimmer und das gedankliche Durchspielen von Diagnosen verloren. Viele Betroffene berichten, dass Zukunftspläne unter Vorbehalt stehen („erst mal abwarten, was die Untersuchung ergibt“) und dass sich Freude kaum noch einstellt, weil im Hintergrund immer die Bedrohung wartet.
Auch Beziehungen geraten unter Druck: Angehörige schwanken zwischen Mitgefühl und Erschöpfung, weil kein Zuspruch länger als einen Tag hält. Manche Betroffene ziehen sich beschämt zurück, weil sie ihre Ängste selbst „übertrieben“ finden – und tragen die Last dann allein. Falls Sie das kennen: Scham ist hier fehl am Platz; Sie haben ein bekanntes, gut beschriebenes und behandelbares Problem.
Typische Situationen
Vor dem Befundgespräch schlafen Sie zwei Nächte nicht – und drei Tage nach der Entwarnung beginnt die Sorge um ein neues Symptom.
Sie kennen die Öffnungszeiten dreier Praxen auswendig, haben aber den Urlaub storniert, weil „man ja nicht weiß, was noch kommt“.
Ihre Familie hat aufgehört zu fragen, wie es Ihnen geht – jede Antwort führte zuletzt zu einer Stunde Krankheitsgespräch.
Was können Sie jetzt tun?
Bündeln Sie Ihre medizinische Versorgung an einem Ort: Wählen Sie eine Hausarztpraxis als feste Anlaufstelle, legen Sie dort die ganze Geschichte offen – einschließlich der Angst – und vereinbaren Sie einen klaren Plan mit regelmäßigen, terminierten Kontrollen. Verzichten Sie auf Parallelkonsultationen und Zweitmeinungsschleifen; sie liefern keine zusätzliche Sicherheit, sondern halten den Suchmodus am Laufen.
Treiben Sie die psychotherapeutische Anbindung mit Nachdruck voran: Anruf oder Online-Buchung bei der Terminservicestelle 116 117 für eine Sprechstunde, ausdrücklich mit dem Stichwort Krankheitsängste; fragen Sie zusätzlich nach verordnungsfähigen digitalen Gesundheitsanwendungen für Angsterkrankungen, die die Wartezeit überbrücken können. Wenn Erschöpfung, Hoffnungslosigkeit oder depressive Symptome dazukommen, gehört auch das ins Erstgespräch – es verändert die Dringlichkeit.
Beginnen Sie parallel mit dem Entzug von den Absicherungen, denn er ist Teil jeder späteren Therapie: Internet-Symptomsuche vollständig stoppen, Selbstuntersuchungen auf ein ärztlich vereinbartes Maß reduzieren, Rückversicherungsfragen an Angehörige durch eine verabredete Alternativantwort ersetzen („Wir haben vereinbart, dass ich darauf nicht mehr antworte – ich bin trotzdem für dich da“). Erwarten Sie dabei anfangs mehr Angst; das ist der bekannte, vorübergehende Preis des Auswegs. Und sollte die Verzweiflung je in den Gedanken kippen, so nicht mehr leben zu wollen: Wenden Sie sich sofort an die TelefonSeelsorge (0800 111 0 222, kostenfrei, rund um die Uhr) oder im Notfall an die 112.
Konkrete nächste Schritte
Legen Sie sich noch heute auf eine feste hausärztliche Anlaufstelle fest und vereinbaren Sie dort ein ausführliches Gespräch über die Angst selbst.
Buchen Sie über die 116 117 eine psychotherapeutische Sprechstunde und nennen Sie Krankheitsangst als Anliegen.
Deinstallieren oder blockieren Sie die Kanäle Ihrer Symptomrecherche und informieren Sie Ihre Angehörigen über die neue Rückversicherungs-Regel.
Halten Sie schriftlich fest, wie viele Stunden pro Woche die Angst derzeit kostet – als Motivation und als konkrete Information für die Behandlenden.
Grenzen dieses Tests
Gerade bei sehr hohen Werten gilt: Dieser Selbsttest stellt keine Diagnose und kann körperliche Erkrankungen weder feststellen noch ausschließen. Er misst das Ausmaß Ihrer Sorge – über deren Berechtigung entscheidet allein die medizinische und psychologische Diagnostik durch Fachpersonen.
Hohe Werte treten außerdem im Rahmen anderer Erkrankungen auf, etwa bei Depressionen, Zwangs- oder Panikproblematik, und nach realen Gesundheitskrisen ist erhöhte Wachsamkeit zunächst eine normale Verarbeitungsphase. Was davon auf Sie zutrifft, lässt sich nur im professionellen Gespräch klären – dieser Text kann es nicht.
Passende Übungen
Quellen
- Pilowsky I (1967). Dimensions of hypochondriasis. British Journal of Psychiatry, 113(494), 89–93.
- Salkovskis PM, Rimes KA, Warwick HMC, Clark DM (2002). The Health Anxiety Inventory: development and validation of scales for the measurement of health anxiety and hypochondriasis. Psychological Medicine, 32(5), 843–853.
- Hinz A, Rief W, Brähler E (2003). Hypochondrie in der Allgemeinbevölkerung: Teststatistische Prüfung und Normierung des Whiteley-Index. Diagnostica, 49(1), 34–42.
Weitere mögliche Ergebnisse
- Geringe Krankheitsangst (0–9 Punkte)
Sie gehen entspannt mit Körpersignalen um: Beschwerden werden wahrgenommen, aber nicht dramatisiert, und Ihr Vertrauen in die eigene Gesundheit trägt.
- Leicht erhöhte Krankheitsangst (10–19 Punkte)
Gesundheitssorgen melden sich bei Ihnen häufiger zu Wort als nötig, lassen sich aber meist noch gut beiseitelegen. Ein guter Moment, um Kontrollgewohnheiten zu prüfen.
- Ausgeprägte Krankheitsangst (20–29 Punkte)
Die Sorge um Ihre Gesundheit hat sich zu einem festen Denk- und Verhaltensmuster entwickelt, das Energie kostet. Es gibt bewährte Wege heraus – gehen Sie den ersten davon bald.