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Ihr Ergebnis · Co-Abhängigkeit-Test: Wie sehr stellen Sie sich für Ihren Partner zurück?

Stark ausgeprägte Muster (36–48 Punkte)

Ihr Leben kreist fast vollständig um den Partner: Retten, Anpassen und Selbstaufgabe bestimmen den Alltag. Bitte holen Sie sich Unterstützung – dieses Muster löst sich selten allein.

Unauffällige Werte (0–11 Punkte)0Leichte Tendenzen (12–23 Punkte)12Deutliche Muster (24–35 Punkte)24Stark ausgeprägte Muster (36–48 Punkte)3648

Was bedeutet dieses Ergebnis?

Mit 36 bis 48 Punkten liegt Ihr Ergebnis im obersten Bereich der Skala. Sie haben nahezu allen Kernaussagen stark zugestimmt: Das eigene Befinden ist an den Partner gekettet, die Helfer- und Retterrolle füllt weite Teile Ihrer Identität, eigene Interessen und Beziehungen sind weitgehend aufgegeben, und möglicherweise gehören auch Vertuschen, Entschuldigen oder heimliches Kontrollieren zu Ihrem Alltag.

Ein derart umfassendes Muster kostet auf Dauer erheblich Substanz. Menschen in dieser Lage berichten häufig von chronischer Erschöpfung, Schlafproblemen, Angstzuständen und einem Gefühl innerer Leere, sobald der Partner nicht im Mittelpunkt steht. Die Forschung zu Angehörigen von Suchtkranken zeigt zudem, dass die aufopfernde Daueranpassung nicht nur die eigene Gesundheit belastet, sondern paradoxerweise auch die Probleme des Partners stabilisieren kann, weil Konsequenzen ausbleiben.

Es gibt zwei Botschaften, die beide stimmen: Erstens ist dieses Muster erlernbar gewesen – meist aus guten Gründen in Ihrer Geschichte – und deshalb auch veränderbar. Zweitens gelingt diese Veränderung bei dieser Ausprägung fast nie im Alleingang, weil das Muster selbst jeden Veränderungsversuch mit Schuldgefühlen und Angst quittiert. Unterstützung zu suchen ist hier kein Versagen, sondern der einzig realistische Weg.

Wie zeigt sich das im Alltag?

Der Alltag ist bei dieser Ausprägung oft vollständig um den Partner herum organisiert: Termine, Finanzen und Freizeitplanung folgen seinem Zustand, während eigene Arzttermine, Freundschaften und Erholung seit Langem aufgeschoben werden. Viele Betroffene beschreiben ein Doppelleben – nach außen wird Normalität gewahrt, während innen Daueralarm herrscht.

Charakteristisch ist auch die Angstspirale beim Gedanken an Veränderung: Die Vorstellung, sich abzugrenzen oder gar zu trennen, löst weniger Erleichterung als Panik aus – wer wäre ich ohne diese Aufgabe, und was passiert dann mit ihm? Genau diese Fragen zeigen, wie sehr Identität und Beziehungsrolle verschmolzen sind. Sie sind zugleich der Punkt, an dem professionelle Begleitung ansetzt.

Typische Situationen

Ihr Partner hat einen Rückfall oder eine Krise, und Sie sagen zum dritten Mal in diesem Monat Ihre eigenen Verpflichtungen ab, erfinden eine Ausrede für seinen Arbeitgeber und räumen die Spuren weg – wie automatisch.

Sie sitzen im Wartezimmer für einen lange aufgeschobenen eigenen Arzttermin und gehen vorzeitig, weil er anruft und Sie zu Hause braucht.

Nachts liegen Sie wach und rechnen durch, wie Sie seine Schulden begleichen könnten – während Ihnen kurz der Gedanke kommt, dass niemand dasselbe je für Sie getan hat.

Was können Sie jetzt tun?

Der wichtigste Schritt ist, das Schweigen zu beenden. Suchen Sie sich zeitnah eine professionelle Anlaufstelle: eine psychologische Beratungsstelle, eine psychotherapeutische Sprechstunde (Terminvermittlung telefonisch über die 116 117, ohne Überweisung) oder – wenn Sucht des Partners im Spiel ist – eine Suchtberatungsstelle, die ausdrücklich auch Angehörige berät. Schildern Sie dort ungeschönt, wie Ihr Alltag aussieht; Sie müssen vorher nichts geordnet oder entschieden haben.

Bauen Sie parallel ein kleines Netz außerhalb der Beziehung wieder auf. Wählen Sie eine einzige Vertrauensperson und weihen Sie sie ehrlich ein – das durchbricht die Isolation, die dieses Muster nährt. Angehörigengruppen wie Al-Anon oder Angebote der Wohlfahrtsverbände bieten zusätzlich den Austausch mit Menschen, die dieselbe Spirale kennen und niemanden verurteilen.

Falls in Ihrer Beziehung auch Demütigungen, Drohungen, Isolation oder Gewalt vorkommen, ist das eine eigene, ernste Dimension: Wenden Sie sich an das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen (116 016, rund um die Uhr, kostenfrei, auch für Angehörige und in vielen Sprachen) oder an eine örtliche Beratungsstelle – auch Männer finden Unterstützung, etwa über das Hilfetelefon Gewalt an Männern (0800 123 99 00). Und wenn Hoffnungslosigkeit überhandnimmt: Die TelefonSeelsorge ist unter 0800 111 0 111 jederzeit erreichbar.

Konkrete nächste Schritte

Vereinbaren Sie innerhalb der nächsten sieben Tage ein Erstgespräch bei einer Beratungsstelle oder rufen Sie die 116 117 für eine psychotherapeutische Sprechstunde an.

Weihen Sie eine einzige Vertrauensperson ehrlich ein – ohne die Situation zu beschönigen.

Schreiben Sie eine Liste dessen, was Sie in den letzten zwölf Monaten für sich selbst aufgegeben haben; nehmen Sie sie mit ins Beratungsgespräch.

Prüfen Sie ehrlich, ob Angst, Kontrolle oder Übergriffe Teil Ihrer Beziehung sind – und nutzen Sie in diesem Fall die 116 016 als vertrauliche erste Anlaufstelle.

Grenzen dieses Tests

Ein sehr hoher Wert in diesem Selbsttest ist ein deutliches Signal, aber keine Diagnose. Erschöpfungszustände, Depressionen oder Angststörungen können ähnliche Antwortmuster erzeugen oder parallel bestehen – was zutrifft, kann nur eine fachliche Untersuchung klären, die dieser Fragebogen nicht ersetzt.

Der Test bewertet außerdem nur Ihre Seite der Beziehung. Er kann nicht erkennen, ob Ihr Verhalten eine Reaktion auf manipulatives oder kontrollierendes Verhalten des Partners ist – eine Konstellation, die anderes Vorgehen erfordert als ein rein selbstbezogenes Muster. Nehmen Sie diese Frage mit in ein Beratungsgespräch.

Passende Übungen

Quellen

Weitere mögliche Ergebnisse

  • Unauffällige Werte (0–11 Punkte)

    Ihre Antworten zeigen kaum Anzeichen von Selbstaufgabe: Sie können sich kümmern, ohne sich zu verlieren, und behalten auch in der Beziehung ein eigenes Leben.

  • Leichte Tendenzen (12–23 Punkte)

    Einzelne Muster der Selbstzurückstellung sind bei Ihnen erkennbar, dominieren aber nicht: Ein guter Zeitpunkt, um hinzuschauen, bevor sich Gewohnheiten verfestigen.

  • Deutliche Muster (24–35 Punkte)

    Die Selbstzurückstellung hat bei Ihnen System: Ihr Befinden, Ihre Zeit und Ihre Entscheidungen richten sich in weiten Teilen nach dem Partner. Jetzt gezielt gegenzusteuern lohnt sich.