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Wie finde ich einen Therapieplatz?

Der schnellste offizielle Weg führt über die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigungen unter der Telefonnummer 116117 oder online über deren Terminportal: Dort erhalten gesetzlich Versicherte zeitnah einen Termin für eine psychotherapeutische Sprechstunde. Diese erste Abklärung ist der Einstieg in die ambulante Versorgung – einen längerfristigen Behandlungsplatz müssen Sie danach allerdings oft separat suchen.

Parallel lohnt es sich, direkt bei Praxen mit Kassenzulassung (Kassensitz) anzurufen. Die Psychotherapeutenkammern der Länder und die Arztsuche der Kassenärztlichen Vereinigungen bieten Suchfunktionen nach Ort und Verfahren. Rechnen Sie mit vielen Anrufbeantwortern und festen Telefonsprechzeiten – Hartnäckigkeit gehört leider dazu, denn Wartezeiten von mehreren Monaten sind vielerorts üblich.

In akuten Krisen gilt: nicht warten. Wenden Sie sich an den ärztlichen Bereitschaftsdienst (ebenfalls 116117), eine psychiatrische Ambulanz oder in Notfällen an die 112.

Der Ablauf in vier Schritten

Erstens: Sprechstundentermin vereinbaren – telefonisch über die 116117 oder direkt in einer Praxis. Zweitens: In der Sprechstunde wird Ihr Anliegen eingeordnet; Sie erhalten eine schriftliche Empfehlung, ob und welche Behandlung angezeigt ist. Drittens: Suche nach einem Behandlungsplatz, gegebenenfalls mit erneuter Unterstützung der Terminservicestelle, die auch probatorische Sitzungen und bei dringendem Bedarf eine Akutbehandlung vermitteln kann. Viertens: In den Probesitzungen prüfen Sie und die Therapeutin, ob die Zusammenarbeit passt – erst danach wird die eigentliche Therapie beantragt.

Wenn kein Platz frei ist: Kostenerstattung

Finden Sie trotz nachweislicher Bemühungen keinen Kassenplatz in zumutbarer Zeit, kommt das Kostenerstattungsverfahren nach § 13 Absatz 3 SGB V infrage: Die Krankenkasse übernimmt dann unter bestimmten Voraussetzungen die Behandlung bei approbierten Therapeuten in Privatpraxen. Dokumentieren Sie dafür Ihre Absagen mit Datum und Wartezeit, lassen Sie sich die Dringlichkeit in der Sprechstunde bescheinigen und stellen Sie den Antrag vor Therapiebeginn. Kassen entscheiden unterschiedlich streng – eine Ablehnung können Sie mit Widerspruch anfechten.

Praktische Tipps, die die Suche verkürzen

Rufen Sie gezielt zu den telefonischen Sprechzeiten an, die auf Praxis-Websites oder im Anrufbeantworter genannt werden, und legen Sie sich einen Zweizeiler zurecht: Alter, Anliegen in einem Satz, gewünschtes Verfahren, zeitliche Flexibilität. Fragen Sie aktiv nach Wartelistenplätzen und bitten Sie darum, bei Absagen weiterempfohlen zu werden – Therapeuten kennen die Kapazitäten ihrer Kollegen oft besser als jedes Verzeichnis. Zwei häufig übersehene Anlaufstellen: Hochschulambulanzen der Psychologie-Institute und Ausbildungsinstitute, an denen Therapeuten in fortgeschrittener Weiterbildung unter Supervision behandeln – fachlich eng begleitet und meist mit deutlich kürzerer Wartezeit. Wer beruflich eingespannt ist, sollte auch Randzeiten anbieten; ein Termin um acht Uhr morgens ist leichter zu bekommen als einer am frühen Abend.

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