Ihr Ergebnis · Gründer-Test: Wie unternehmerisch ticken Sie?
Neugier-Profil (12–23 Punkte)
Unternehmerische Impulse sind bei Ihnen vorhanden, aber Sicherheit hat noch die Oberhand. Sie beobachten Chancen interessiert – gesprungen wird vorerst nicht.
Was bedeutet dieses Ergebnis?
Ihr Ergebnis zwischen 12 und 23 Punkten beschreibt eine Zwischenlage: Einzelnen Aussagen zu Initiative und Gestaltungsfreude haben Sie zugestimmt, bei Risiko und Durchhaltefragen jedoch gezögert. Sie tragen unternehmerische Anteile in sich, ohne dass diese Ihr Handeln bisher bestimmen.
Typisch für dieses Profil ist die Rolle des interessierten Beobachters: Sie lesen Gründungsgeschichten, denken bei Alltagsärgernissen „das müsste doch besser gehen“ – aber zwischen Gedanke und Handlung liegt eine Schwelle, die Sie bislang selten überschreiten. Häufig fehlt weniger die Idee als die Erlaubnis, klein und unfertig anzufangen.
Die Forschung zur Gründungsintention zeigt, dass genau in dieser Gruppe die Umgebung den Ausschlag gibt: Vorbilder im Bekanntenkreis, ein ermutigendes Umfeld oder erste kleine Erfolgserlebnisse verschieben die Waage messbar – in beide Richtungen.
Wie zeigt sich das im Alltag?
Im Alltag äußert sich das Profil als gelegentliches Aufflackern: Sie verbessern hier einen Ablauf, schlagen dort etwas vor, ziehen sich aber zurück, sobald ein Vorhaben verbindlich, teuer oder öffentlich wird. Kolleginnen und Kollegen erleben Sie als ideenreich, aber schwer festzunageln.
Finanziell und beruflich fahren Sie zweigleisig: Die Anstellung ist Basis, daneben existiert oft ein stiller Plan B – ein Ordner mit Notizen, ein reservierter Domainname, ein Kurs auf der Merkliste. Dieser Plan wächst langsam, weil er nur die Restenergie des Tages bekommt.
Typische Situationen
Im Freundeskreis entsteht die Idee, gemeinsam einen kleinen Onlineshop zu starten. Sie sind sofort Feuer und Flamme, recherchieren zwei Abende lang – und finden dann Gründe, warum der Zeitpunkt gerade ungünstig ist.
Ihre Chefin bietet Ihnen die Leitung eines Pilotprojekts mit offenem Ausgang an. Sie sagen zu, verhandeln aber vorher genau, was passiert, falls das Projekt eingestellt wird – und schlafen erst nach dieser Zusicherung ruhig.
Auf einer Messe sehen Sie ein Produkt und denken: „Diese Lücke habe ich vor zwei Jahren selbst notiert.“ Der Stich, den Sie dabei spüren, ist das deutlichste Signal Ihres Profils.
Was können Sie jetzt tun?
Ersetzen Sie die große Grundsatzfrage „gründen oder nicht?“ durch kleine, billige Experimente. Bieten Sie eine Leistung testweise drei Personen an, verkaufen Sie zehn Exemplare eines Produkts, halten Sie einen Vortrag zu Ihrem Thema. Solche Miniaturtests liefern echte Daten statt endloser Kopfszenarien.
Definieren Sie Ihr persönliches Risikobudget: einen Geldbetrag und ein Stundenkontingent pro Monat, deren Verlust Sie verschmerzen könnten. Innerhalb dieses Rahmens dürfen Sie ohne schlechtes Gewissen experimentieren – die klare Grenze nimmt der Angst die Diffusität.
Suchen Sie Kontakt zu Menschen, die den Schritt bereits gegangen sind, idealerweise in nüchternen Formaten wie Gründerstammtischen oder Beratungsangeboten von IHK und Arbeitsagentur. Realistische Innenansichten korrigieren sowohl Glorifizierung als auch Schwarzmalerei.
Reflektieren Sie auch die Qualität Ihrer bisherigen Ideen. Viele Menschen im Neugier-Profil sammeln Einfälle, ohne sie je auf Markttauglichkeit zu prüfen. Wählen Sie eine einzige Idee aus und führen Sie fünf echte Gespräche mit potenziellen Nutzerinnen oder Nutzern. Fragen Sie nicht, ob das Konzept gefällt, sondern ob die Person für diese Lösung bezahlen würde. Die Antworten werden Ihre Ambivalenz in eine Richtung auflösen – entweder als Bestätigung oder als hilfreiche Ernüchterung.
Konkrete nächste Schritte
Wählen Sie eine einzige Ihrer gesammelten Ideen aus und formulieren Sie dazu ein Experiment, das höchstens 100 Euro und zwei Wochenenden kostet.
Legen Sie vorab fest, welches Ergebnis Sie als „weitermachen“ und welches als „gut, dass ich es geprüft habe“ werten – so wird auch ein Abbruch zum Erfolg.
Erzählen Sie zwei Personen von Ihrem Experiment. Soziale Verbindlichkeit ist bei diesem Profil der wirksamste Hebel gegen das Versanden.
Tragen Sie in drei Monaten einen Termin ein, an dem Sie Bilanz ziehen und den Test wiederholen. Verschiebt sich Ihr Wert, wissen Sie, in welche Richtung Ihre Erfahrungen wirken.
Grenzen dieses Tests
Ein mittlerer Wert ist der unschärfste Bereich dieser Skala: Er kann echte Ambivalenz abbilden, aber auch schlicht bedeuten, dass die vier gemessenen Facetten bei Ihnen unterschiedlich ausgeprägt sind – etwa hohe Initiative bei niedriger Risikofreude. Schauen Sie sich Ihre Antworten einzeln an.
Der Test kann außerdem nicht zwischen „will noch nicht“ und „traut sich noch nicht“ unterscheiden. Diese Klärung gelingt nur im Handeln – weshalb kleine Experimente hier aussagekräftiger sind als jede weitere Selbstbefragung.
Berücksichtigen Sie den Zeitpunkt Ihrer Einschätzung: In Phasen beruflicher Sicherheit und finanzieller Stabilität antworten die meisten Menschen anders als in unsicheren Zeiten. Wer kürzlich eine Beförderung erhalten hat, zeigt mehr Offenheit für Neues; wer gerade eine Kündigung verdaut, tendiert zu vorsichtigeren Antworten. Ebenso beeinflusst das familiäre Umfeld Ihre Risikowahrnehmung – kleine Kinder oder pflegebedürftige Angehörige verschieben Prioritäten auf natürliche Weise.
Passende Übungen
Quellen
- Rauch A, Frese M (2007). Let's put the person back into entrepreneurship research: A meta-analysis on the relationship between business owners' personality traits, business creation, and success. European Journal of Work and Organizational Psychology, 16(4), 353–385.
- Zhao H, Seibert SE (2006). The Big Five personality dimensions and entrepreneurial status: A meta-analytical review. Journal of Applied Psychology, 91(2), 259–271.
- Frese M, Gielnik MM (2014). The Psychology of Entrepreneurship. Annual Review of Organizational Psychology and Organizational Behavior, 1, 413–438.
- McClelland DC (1961). The Achieving Society. Princeton: Van Nostrand.
Weitere mögliche Ergebnisse
- Struktur-Profil (0–11 Punkte)
Verlässliche Rahmenbedingungen, klare Zuständigkeiten und ein planbares Einkommen sind Ihnen wichtiger als maximaler Gestaltungsspielraum. Unternehmerische Unsicherheit reizt Sie derzeit kaum.
- Gründungsbereites Profil (24–35 Punkte)
Eigeninitiative, Lernhaltung und Gestaltungswille sind bei Ihnen deutlich ausgeprägt. Ihnen fehlt weniger das Mindset als der konkrete Anlass – oder die letzte Absicherung.
- Unternehmer-Profil (36–48 Punkte)
Sie denken und handeln in nahezu allen abgefragten Facetten unternehmerisch: hohe Initiative, robuste Fehlerverarbeitung, ausgeprägter Gestaltungsdrang. Die Kernfrage lautet nicht ob, sondern wie und mit welchem Schutz vor Selbstausbeutung.