Ihr Ergebnis · Umgang-mit-Geld-Test: Welcher Geldtyp sind Sie?
Der genussorientierte Geldtyp
Geld ist für Sie geronnene Lebensfreude: Es soll fließen, Erlebnisse schaffen und Menschen zusammenbringen – die Herausforderung liegt im langfristigen Blick.
Was bedeutet dieses Ergebnis?
Ihr Profil wird von der genussorientierten Haltung angeführt: Aussagen über spontane Freuden, Erlebnisse und begeisterte Käufe erhalten bei Ihnen die höchste Zustimmung. Geld ist in Ihrer inneren Logik kein Hort, den man bewacht, sondern ein Strom, der Gutes ermöglichen soll – gutes Essen, Reisen, Geschenke, gemeinsame Zeit. Sie geben lieber mit vollen Händen als mit spitzen Fingern.
Die Stärken dieser Haltung werden oft unterschätzt: Genussorientierte Menschen investieren in Erlebnisse und Beziehungen, und genau diese Ausgaben zeigen in der Glücksforschung die nachhaltigste Wirkung auf die Zufriedenheit. Sie gelten als großzügig, unkompliziert und lebendig, kleben nicht an Besitz und können Rückschläge finanzieller Art oft leichter verschmerzen als Menschen, deren Sicherheitsgefühl am Kontostand hängt.
Die Kehrseite betrifft die Zeitachse: Wer stark im Heute lebt, unterschätzt systematisch die Bedürfnisse des künftigen Ich – die Psychologie kennt dieses Muster als Gegenwartsverzerrung. Wenn am Monatsende regelmäßig nichts übrig bleibt, Rücklagen fehlen oder Ratenkäufe sich stapeln, wird aus Lebensfreude schleichend Druck. Ihr Ergebnis ist deshalb kein Anlass zur Selbstkritik, wohl aber eine Einladung, dem Zukunfts-Ich einen festen Platz im Budget zu geben.
Wie zeigt sich das im Alltag?
Alltagstypisch für Ihren Typ sind Entscheidungen aus dem Moment heraus: Der Feierabend endet spontan im Lieblingsrestaurant, das Konzertticket ist gekauft, bevor der Kalender geprüft ist, und beim Schenken greifen Sie gern eine Nummer größer. Ihr Umfeld schätzt diese Großzügigkeit – Einladungen von Ihnen fühlen sich nie wie Pflichttermine an, sondern wie Geschenke.
Der Papierkram dagegen läuft eher nebenher: Sie wissen ungefähr, was reinkommt und rausgeht, aber selten genau. Kontoauszüge werden überflogen statt geprüft, Abos laufen weiter, weil das Kündigen lästig ist, und der Vorsatz, endlich mal zu sparen, verliert gegen die nächste schöne Gelegenheit. Solange das Einkommen stabil ist, trägt das System – wackelig wird es bei unerwarteten Ausgaben oder Einkommenslücken.
Typische Situationen
Freitagabend, spontane Idee: Sie reservieren kurzerhand einen Tisch im neuen Restaurant und laden zwei Freunde ein. Der Abend wird wunderbar – und dass er das Wochenendbudget sprengt, fällt Ihnen erst beim Blick aufs Konto am Montag auf.
Im Elektronikmarkt begeistert Sie ein Gerät, das Sie nicht gesucht haben. Früher wäre es sofort im Wagen gelandet; mit Ihrer Achtundvierzig-Stunden-Regel landet es auf der Wunschliste – und zwei Tage später wundern Sie sich, was Sie daran so dringend fanden.
Eine Kollegin erzählt von ihrem Sparplan, und Sie spüren einen Anflug von schlechtem Gewissen. Statt sich zu vergleichen, richten Sie noch am selben Tag einen kleinen Dauerauftrag ein – benannt nach der Küstenwanderung, von der Sie seit Jahren sprechen.
Was können Sie jetzt tun?
Arbeiten Sie mit Ihrem Naturell statt dagegen: Strenge Verzichtspläne scheitern bei Genussmenschen fast immer. Wirksamer ist die umgekehrte Reihenfolge – ein automatischer Sparbetrag verlässt das Konto direkt nach Gehaltseingang, und alles, was danach übrig ist, dürfen Sie mit gutem Gewissen verleben. So bleibt das Lebensgefühl erhalten, während die Zukunft trotzdem versorgt wird.
Bauen Sie für größere Impulskäufe eine kleine Schleuse ein: Alles über einer selbst gewählten Betragsgrenze wandert erst für achtundvierzig Stunden auf eine Wunschliste. Was danach noch begeistert, wird gekauft – erfahrungsgemäß erledigt sich jedoch ein erstaunlicher Teil der Wünsche von selbst, ohne dass Verzicht wehtut. Die Vorfreude auf der Liste ist übrigens selbst ein Genuss.
Verbinden Sie Sparen mit Sinnlichkeit: Ein abstraktes Konto motiviert Sie wenig, ein konkretes Ziel dagegen sehr. Benennen Sie Ihre Rücklagen nach dem, wofür sie stehen – die Japanreise, das Sabbatical, der Puffer für sorgenfreie Spontanität. Wer weiß, dass der Notgroschen künftige Freiheit finanziert, spart plötzlich aus demselben Motiv, aus dem er ausgibt: Lebensfreude.
Konkrete nächste Schritte
Richten Sie einen Dauerauftrag ein, der direkt nach Gehaltseingang einen festen Betrag beiseitelegt – erst sparen, dann genießen, nicht umgekehrt.
Führen Sie eine Achtundvierzig-Stunden-Wunschliste für alle ungeplanten Käufe oberhalb einer selbst gewählten Betragsgrenze.
Kündigen Sie in einer halben Stunde alle Abos und Verträge, die Sie in den letzten drei Monaten nicht genutzt haben – gewonnenes Geld für echte Erlebnisse.
Geben Sie Ihren Sparzielen konkrete Namen und Bilder, damit die Zukunft gegen die Verlockungen der Gegenwart eine echte Chance hat.
Grenzen dieses Tests
Auch hier gilt: Der Test misst Ihre Einstellung, nicht Ihre Kontoauszüge. Ein genussorientiertes Profil kann mit tadellosen Finanzen einhergehen – und ein knapper Punktabstand zum zweitstärksten Typ bedeutet, dass Sie sich in zwei Beschreibungen wiederfinden dürften.
Ernst wird es jenseits der Selbstreflexion: Wenn Ausgaben regelmäßig das Einkommen übersteigen, Mahnungen sich häufen oder Käufe zur Stimmungsregulation dienen und sich anschließend Scham einstellt, reicht ein Onlinetest nicht aus. Schuldnerberatungsstellen helfen bei finanzieller Schieflage kostenlos und vertraulich; bei zwanghaftem Kaufverhalten ist psychotherapeutische Unterstützung der passende Weg.
Passende Übungen
Quellen
- Klontz B, Britt SL, Mentzer J, Klontz T (2011). Money Beliefs and Financial Behaviors: Development of the Klontz Money Script Inventory. Journal of Financial Therapy, 2(1), 1–22.
- Yamauchi KT, Templer DJ (1982). The Development of a Money Attitude Scale. Journal of Personality Assessment, 46(5), 522–528.
- Furnham A (1984). Many sides of the coin: The psychology of money usage. Personality and Individual Differences, 5(5), 501–509.
Weitere mögliche Ergebnisse
- Der sicherheitsorientierte Geldtyp
Geld bedeutet für Sie in erster Linie Schutz: Rücklagen, Überblick und wohlüberlegte Entscheidungen geben Ihnen Ruhe – manchmal auf Kosten der Leichtigkeit.
- Der geldvermeidende Typ
Finanzthemen halten Sie lieber auf Abstand: Ungeöffnete Post und aufgeschobene Entscheidungen verschaffen kurzfristig Ruhe – und kosten langfristig Gelassenheit.
- Der statusorientierte Geldtyp
Geld ist für Sie auch Sprache: Besitz und Auftreten erzählen von Erfolg. Das motiviert enorm – solange der Selbstwert nicht am Preisschild hängt.